Anthropic hat Claude Cowork vorgestellt, eine neue Funktion, die es seiner KI ermöglicht, direkt mit Dateien auf dem Computer eines Benutzers zu interagieren. Das Tool ist derzeit auf MacOS-Benutzer mit einem Claude Max-Abonnement von 100 $/Monat beschränkt und ermöglicht die KI-gestützte Organisation, Änderung und Erstellung von Projekten auf der Grundlage lokaler Daten.
Was Claude Cowork macht
Die Kernfunktion von Cowork ist einfach: Benutzer gewähren Claude Zugriff auf einen Ordner und weisen dann die KI per Chat an, dessen Inhalte zu verwalten. Dazu gehört das Umbenennen von Dateien nach benutzerdefinierten Regeln, das Sortieren von Dokumenten und sogar das Extrahieren von Daten zum Erstellen von Tabellenkalkulationen oder anderen Berichten.
Beispielsweise könnte ein Benutzer mit einem Belegverzeichnis Claude bitten, diese zu organisieren und automatisch eine Spesentabelle zu erstellen. Über „Konnektoren“ kann die KI auch externe Anwendungen anbinden und so direkt aus den Daten Präsentationen oder andere Projekte erstellen. Cowork lässt sich auch in eine Chrome-Erweiterung integrieren und gewährt Zugriff auf browserbasierte Aufgaben.
Der Aufstieg der „Agenten-KI“
Der Schritt von Anthropic spiegelt einen breiteren Trend in der KI-Entwicklung wider: die Verlagerung hin zu „agenten“ Fähigkeiten. Anstatt nur auf Eingabeaufforderungen zu reagieren, können diese KIs im Namen des Benutzers handeln und Aufgaben wie das Buchen von Reisen, das Zusammenstellen von Berichten oder sogar das Aufgeben von Bestellungen automatisieren. ChatGPT Agent und Gemini Agent bieten bereits ähnliche Funktionen.
Laut Felix Rieseberg von Anthropic nutzten Benutzer Claude Code (das Codierungstool der KI) bereits für alltägliche Aufgaben wie Steuern und Dateiverwaltung. Cowork ist darauf ausgelegt, diesen Prozess zu rationalisieren.
Sicherheitsbedenken und Einschränkungen
Anthropic betont, dass Claude Dateien nicht ohne expliziten Zugriff ändern kann. Die Funktion befindet sich jedoch in einer Forschungsvorschau (Beta), was bedeutet, dass unbeabsichtigte Folgen möglich sind. Das Unternehmen empfiehlt, Cowork nur mit nicht sensiblen Daten zu nutzen.
Noch schlimmer ist, dass die KI weiterhin anfällig für „Prompt-Injection“-Angriffe ist, bei denen in Websites eingebetteter bösartiger Code möglicherweise Claude kapern und unbefugten Zugriff auf lokale Dateien gewähren könnte. Während Anthropic behauptet, Verteidigungsmaßnahmen aufgebaut zu haben, könnte ein erfolgreicher Angriff vertrauliche Informationen preisgeben.
Das Aufkommen von KI-Agenten wie Claude Cowork wirft wichtige Fragen zur Datensicherheit und zum Vertrauen auf. Je leistungsfähiger diese Tools werden, desto größer wird das Risiko unbeabsichtigter Aktionen oder böswilliger Ausnutzung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Claude Cowork von Anthropic einen bedeutenden Schritt in Richtung einer stärker integrierten und automatisierten KI-Unterstützung darstellt. Aufgrund der aktuellen Einschränkungen und potenziellen Sicherheitsrisiken sollten Benutzer jedoch mit Vorsicht vorgehen.





























