Meta wegen Verletzung der Privatsphäre von KI-Smart-Glass verklagt: Auftragnehmer überprüfte explizites Kundenmaterial

18
Meta wegen Verletzung der Privatsphäre von KI-Smart-Glass verklagt: Auftragnehmer überprüfte explizites Kundenmaterial

In einer Sammelklage in den Vereinigten Staaten wird behauptet, dass Meta Kunden über den Datenschutz seiner KI-gestützten Datenbrillen getäuscht hat, während eine britische Datenaufsichtsbehörde Behauptungen untersucht, dass Mitarbeiter von Auftragnehmern in Kenia sensiblen Benutzeraufzeichnungen ausgesetzt waren.

Die Kontroverse geht auf einen gemeinsamen Bericht der schwedischen Zeitungen Svenska Dagbladet und Göteborgs-Posten zurück, der enthüllt, dass Arbeiter bei Sama, einem in Nairobi ansässigen Subunternehmer, routinemäßig privates Filmmaterial überprüften, das mit Metas Ray-Ban-Meta-Datenbrille aufgenommen wurde.

Die Vorwürfe: Betrügerisches Marketing und Datenschutzverletzungen

Die Kläger Mateo Canu und Gina Bartone, vertreten durch die Anwaltskanzlei Clarkson, werfen Meta falsche Werbung und Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor. In der Klage wird behauptet, dass die Marketingmaterialien von Meta – die die Brille als „für den Datenschutz konzipiert und von Ihnen kontrolliert“ bewerben – einen falschen Eindruck von Datensicherheit erwecken. Es wurde kein Haftungsausschluss enthalten, der besagt, dass eine menschliche Überprüfung stattfinden kann.

In dem Fall werden auch Luxottica of America, Metas Produktionspartner, wegen Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze genannt.

Was wurde gesehen? Explizite Inhalte, die von Auftragnehmern überprüft wurden

Berichten zufolge enthielt das durchgesickerte Filmmaterial hochsensibles Material: Nacktheit, Toilettengang, sexuelle Handlungen, Finanzdaten (wie Bankkartendaten) und private Nachrichten. Ein anonymer Auftragnehmer sagte gegenüber Svenska Dagbladet : „Wir sehen alles – vom Wohnzimmer bis zum nackten Körper.“

In den Nutzungsbedingungen von Meta ist offengelegt, dass in einigen Fällen eine Überprüfung durch Menschen erfolgt. Das Unternehmen erklärt: „In einigen Fällen überprüft Meta Ihre Interaktionen mit KIs … diese Überprüfung kann automatisiert oder manuell erfolgen.“ In der Klage wird jedoch argumentiert, dass diese Offenlegung angesichts der Art der überprüften Daten unzureichend sei.

Warum das wichtig ist: Der Aufstieg der „Luxusüberwachung“

Dieser Vorfall verdeutlicht die wachsenden Datenschutzrisiken, die mit KI-gestützter tragbarer Technologie verbunden sind. Die Brille erfasst kontinuierlich die Umgebung des Nutzers und erzeugt so einen kontinuierlichen Strom persönlicher Daten.

„Die Besorgnis über ‚Luxus-Überwachungstechnologie‘ hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen.“

Während Meta behauptet, dass Gesichter zum Schutz der Identität unkenntlich gemacht werden, behaupten Quellen, dass dieser Prozess nicht durchweg effektiv sei. Das Unternehmen gibt an, dass Auftragnehmer das Filmmaterial überprüfen, um das KI-Erlebnis der Brille zu verbessern. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies eine schwerwiegende Verletzung der Privatsphäre rechtfertige.

Keine Antwort von Meta

Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich Meta nicht öffentlich zu der Klage oder den konkreten Vorwürfen geäußert, abgesehen von früheren Erklärungen, in denen anerkannt wurde, dass es zu einer Datenüberprüfung durch Auftragnehmer kommen könnte.

Der Fall wirft kritische Fragen zur Transparenz des Umgangs mit KI-Daten, zur Einwilligung der Benutzer und zu den ethischen Auswirkungen der Auslagerung sensibler Aufgaben an Drittanbieter auf.