Millionen durch Konflikte verdient: Wie der Krieg zum Wettmarkt wurde

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Der Ausbruch des Konflikts im Iran hat zu einem Anstieg der Aktivität auf den Prognosemärkten geführt, wo Spekulanten Hunderte Millionen Dollar auf den Ausgang geopolitischer Ereignisse wetten. Auf diesen Märkten wie Polymarket und Kalshi können Benutzer auf alles wetten, vom Zeitpunkt militärischer Angriffe bis hin zum Schicksal politischer Führer, und so den Krieg für einige wenige zu einer finanziellen Chance machen.

Der Aufstieg der Kriegswetten

In den Tagen vor den jüngsten Spannungen kam es auf den Prognosemärkten zu intensivem Handel, da die Teilnehmer über den Zeitpunkt und die Ziele möglicher Angriffe spekulierten. Ein besonders aktiver Markt konzentrierte sich auf die Zukunft des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei, wobei Wetten darauf abgeschlossen wurden, ob er im Amt bleiben würde. Bemerkenswert ist, dass er am 28. Februar starb, nur wenige Tage vor der wichtigen Wettfrist.

Während es im Sport seit Jahren praktiziert wird, auf Ergebnisse zu wetten, weiten Prognosemärkte dieses Modell nun auf globale Ereignisse aus. Wie Kate Knibbs von Wired erklärte, haben einige Plattformen aufgrund öffentlicher Gegenreaktionen sogar Märkte im Zusammenhang mit Raketenangriffen entfernt, was die dystopische Natur des Profitgewinns aus Konflikten hervorhebt.

Wer gewinnt?

Die Gewinne werden nicht gleichmäßig verteilt. Ein kleiner Prozentsatz der Teilnehmer, darunter auch einige wenige, erwirtschaften erhebliche Erträge – in einigen Fällen Millionen von Dollar. Es sind verdächtige Aktivitäten aufgetreten, bei denen neu erstellte Konten vor großen Ereignissen große, genaue Wetten abgeschlossen haben und dann mit den Gewinnen verschwunden sind. Experten vermuten Insiderhandel, da diesen Konten ein historisches Muster fundierter geopolitischer Vorhersagen fehlt.

Die Rechtmäßigkeit solcher Praktiken ist unklar. Herkömmliche Definitionen von Insiderhandel, die von Institutionen wie der SEC durchgesetzt werden, lassen sich nicht unbedingt auf Prognosemärkte anwenden, auf denen „nicht öffentliche wesentliche Informationen“ schwer zu definieren sein können.

Rechtsstreitigkeiten und politische Unterstützung

Kalshi sieht sich derzeit mehreren Sammelklagen gegenüber, darunter einer von Nutzern, die Wetten verloren haben, als die Plattform nach dem Tod des Ayatollah rückwirkend Wetten auf den Tod verbot. Zuvor hatte das Unternehmen solche Wetten im Kleingedruckten zugelassen.

Die Trump-Administration hat diese Märkte besonders unterstützt. Donald Trump Jr. berät sowohl Kalshi als auch Polymarket, und die Familie plant die Einführung von „Truth Predict“, einem Spin-off von Truth Social. Auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unter ihrem Vorsitzenden Michael Selig hat ihren Widerstand gegen bundesstaatliche Bemühungen zur Regulierung dieser Plattformen zum Ausdruck gebracht, was auf eine freizügige Haltung des Bundes hindeutet.

Was kommt als nächstes?

Da über 50 Klagen im Umlauf sind, bleibt die Zukunft der Prognosemärkte ungewiss. Siege auf Landesebene könnten Präzedenzfälle schaffen, die den Betrieb einschränken, aber ohne solche Entscheidungen werden diese Plattformen wahrscheinlich weiterhin so funktionieren, wie sie es jetzt tun. Die Kommerzialisierung von Konflikten hat Einzug gehalten, und für manche ist es ein äußerst profitables Geschäft.

Der Aufstieg dieser Wettplattformen wirft ernsthafte ethische Fragen hinsichtlich des Profits aus menschlichen Tragödien auf, doch das aktuelle regulatorische Umfeld scheint ihr Fortbestehen zu begünstigen.