Pornhub schränkt den Zugang in Großbritannien aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Altersüberprüfung ein

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Pornhub, die führende Website für Erwachsene in Großbritannien, wird ab dem 2. Februar den Zugang für neue Benutzer beschränken. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf den neuen Online Safety Act (OSA) des Vereinigten Königreichs, der eine strenge Altersüberprüfung für Inhalte für Erwachsene vorschreibt. Das Unternehmen argumentiert, dass sich die Gesetzgebung als unwirksam erwiesen hat und Benutzer stattdessen zu weniger regulierten, potenziell schädlichen Plattformen drängt.

Altersüberprüfungssystem fehlgeschlagen

Aylo, die Muttergesellschaft von Pornhub, gibt an, dass die aktuellen Durchsetzungsmethoden der OSA – einschließlich Gesichtsscans oder Hochladen von Regierungsausweisen – nicht zum Schutz von Minderjährigen beigetragen haben. Stattdessen hat sich der Datenverkehr in unregulierte Bereiche des Internets verlagert, in denen es keine Sicherheitsmaßnahmen gibt. Laut einem Bericht der britischen Digitalregulierungsbehörde Ofcom vom Dezember verzeichnete Pornhub innerhalb des ersten Monats nach der Einführung der Altersüberprüfung einen Rückgang des Website-Verkehrs um fast 33 %, da die Benutzer diese verweigerten oder nicht durchführen konnten.

Das Unternehmen hat beschlossen, sich nicht mehr an einem System zu beteiligen, das es für grundlegend fehlerhaft hält. Nur bestehende, verifizierte Benutzer behalten Zugriff.

Warum das wichtig ist: Ein Wandel im Regulierungsansatz

Diese Entscheidung verdeutlicht einen wachsenden Konflikt zwischen Inhaltsanbietern und Regulierungsbehörden über die Online-Sicherheit. Der britische Ansatz, eine Altersverifizierung auf Standortebene zu erzwingen, scheint nach hinten loszugehen. Das Problem besteht nicht nur darin, Inhalte für Erwachsene einzuschränken; Es geht darum, wohin Benutzer gehen, wenn Einschränkungen durchgesetzt werden. Unregulierten Websites mangelt es an Aufsicht, was die Risiken für Minderjährige erhöht und einen wilden Westen digitaler Inhalte schafft.

Das Kernproblem besteht darin, dass die Blockierung des Zugangs nicht die Nachfrage beseitigt; es leitet es um.

Die Zukunft der Online-Sicherheit: Ein Aufruf zu systemischen Veränderungen

Alex Kekesi, Vizepräsident für Marke und Community bei Pornhub, schlägt eine effektivere Lösung vor: die Verlagerung der Altersüberprüfung auf Kontrollen auf Geräteebene, beispielsweise in iOS-Stores. Dies würde es Eltern ermöglichen, die Verbreitung von Inhalten für Erwachsene auf den Geräten von Kindern direkt zu begrenzen, anstatt sich auf einzelne Websites zu verlassen, um komplexe und oft umgehbare Kontrollen durchzusetzen.

„Eine wirksame Durchsetzung [des OSA] ist nicht möglich, Umgehungen sind weit verbreitet, die Privatsphäre ist gefährdet und neue, unregulierte Websites schließen schnell alle Lücken, die verantwortungsbewusste Betreiber hinterlassen.“

Das Unternehmen ist weiterhin bereit, mit der britischen Regierung zusammenzuarbeiten, um eine tragfähige Lösung zu finden. Allerdings ist das aktuelle OSA-Rahmenwerk nicht nachhaltig, und der Versuch, neue Nutzer im Vereinigten Königreich einzuschränken, ist eine direkte Folge seines Scheiterns.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entscheidung von Pornhub eine wachsende Frustration über die ineffektive digitale Regulierung widerspiegelt. Die Situation wirft kritische Fragen darüber auf, wie Minderjährige online am besten geschützt werden können, ohne Benutzer in unregulierte Bereiche zu treiben. Ein systemischerer Ansatz, der sich auf Kontrollen auf Geräteebene und kollaborative Lösungen konzentriert, könnte der einzige Weg nach vorne sein.