IBM-Aktie stürzt ab, da KI die Dominanz von COBOL bedroht

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Die Aktien von IBM erlebten am Montag den größten Tagesrückgang seit über einem Vierteljahrhundert und fielen um 13,2 %, nachdem das KI-Startup Anthropic sein Claude Code-Tool vorgestellt hatte. Das Tool behauptet, die Modernisierung von COBOL, einer wichtigen Programmiersprache, auf die sich große Branchen wie Banken, Versicherungen und Behörden verlassen – allesamt Sektoren, die stark in IBM-Mainframe-Systeme investieren – drastisch zu beschleunigen.

### Der Aufstieg der KI-gestützten COBOL-Modernisierung

Claude Code von Anthropic verspricht, die zeitaufwändigsten Aspekte von COBOL-Upgrades zu automatisieren, die traditionell Heerscharen von Beratern und jahrelangen Aufwand erfordern. Das Startup behauptet, dass seine KI die Modernisierungszeiträume von Jahren auf Quartale verkürzen kann, eine Behauptung, die IBMs etablierte Rolle bei der Wartung dieser Legacy-Systeme direkt in Frage stellt. Dieser Effizienzsprung ist bedeutsam, da COBOL die wesentliche Infrastruktur antreibt; Die Aktualisierung ist kostspielig, komplex und oft unvermeidbar.

Der breitere Markt reagierte negativ, da die Softwareaktien insgesamt aufgrund wachsender Bedenken über das disruptive Potenzial fortschrittlicher KI-Tools zurückgingen. Cybersicherheitsunternehmen wie CrowdStrike und Datadog verzeichneten ebenfalls einen Rückgang ihrer Aktien, was die Besorgnis der Anleger über die KI-gesteuerte Automatisierung im Sicherheitssektor widerspiegelt.

Druck des Pentagons auf Anthropic

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das US-Verteidigungsministerium Berichten zufolge in angespannten Verhandlungen mit Anthropic-CEO Dario Amodei befindet. Laut von Axios zitierten Quellen hat Minister Pete Hegseth Amodei zu einem Treffen am Dienstag einbestellt, bei dem das Pentagon wahrscheinlich auf uneingeschränkten Zugang zu Claude AI von Anthropic für militärische Anwendungen drängen wird.

Das Pentagon möchte, dass KI-Tools wie Claude in geheimen Netzwerken ohne die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren, die Anthropic derzeit auferlegt. Dieser Konflikt verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen kommerziellen KI-Entwicklern und den Forderungen der Regierung nach uneingeschränktem Zugang, insbesondere im Kontext der nationalen Sicherheit. Berichten zufolge ist das Pentagon bereit, die Beziehungen zu Anthropic abzubrechen, wenn das Unternehmen sich weigert, dem nachzukommen, was auf die Dringlichkeit der Situation hinweist.

Implikationen und Zukunftsaussichten

Der Rückgang der IBM-Aktie signalisiert, dass Anleger das Potenzial einer KI-bedingten Störung des Kerngeschäfts des Unternehmens einkalkulieren. Die COBOL-Modernisierung stellt einen Multimilliarden-Dollar-Dienstleistungsmarkt dar, auf dem IBM seit langem eine beherrschende Stellung innehat. Sollten die Behauptungen von Anthropic wahr sein, sieht sich das Unternehmen einer glaubwürdigen Bedrohung dieser Einnahmequelle gegenüber.

Die aggressive Haltung des Pentagons gegenüber Anthropic zeigt, dass Regierungen zunehmend bereit sind, KI-Unternehmen unter Druck zu setzen, der nationalen Sicherheit Vorrang vor kommerziellen Beschränkungen zu geben. Dieser Trend könnte die KI-Landschaft verändern und Entwickler dazu zwingen, sich an strengere regulatorische Anforderungen anzupassen oder das Risiko einzugehen, lukrative Regierungsaufträge zu verlieren.

Die Situation bleibt ungewiss, alle Parteien lehnen eine Stellungnahme ab, aber der Druck auf Anthropic und IBM ist klar: KI verändert nicht nur Software; Es verändert die Machtdynamik in der Technologiebranche und der nationalen Sicherheit.