Die wahre Geschichte hinter der 3G-Mobilfunktechnologie und was sie tatsächlich bietet

31

Wir betrachten 3G oft als einen weiteren Buchstaben im Alphabet der mobilen Konnektivität. Es war die Brücke. Doch bevor Smartphones zu den Taschencomputern wurden, die sie heute sind, brauchten wir ein Netzwerk, das die Last dieses Versprechens tatsächlich bewältigen konnte. Dafür wurden Mobilfunknetze der dritten Generation gebaut.

2G stellte uns digitale Sprache und einfachen Text zur Verfügung. Es war ein gewaltiger Fortschritt gegenüber den analogen Tagen, aber es war immer noch an einfache Signale gebunden. Dann kam 3G. Die Branche wollte nicht nur schnellere Klingeltöne. Sie wollten das echte Multimedia-Handy. Wir nannten sie damals auch Smartphones, obwohl sie überhaupt nicht wie die Glasplatten aussahen, die wir jetzt durchstreifen. Das Ziel war einfach: Bandbreite. Genug davon, um das Surfen im Internet auf einem winzigen Bildschirm zu ermöglichen und Audio- und Videodateien zu laden, deren Laden nicht den ganzen Tag dauert.

Die Technologie war kein einzelner Monolith. Es handelte sich um eine Sammlung konkurrierender und nebeneinander existierender Protokolle. Wenn Sie in den USA waren, haben Sie wahrscheinlich CDMA2000 gesehen, das direkt aus dem 2G Code Division Multiple Access-Standard hervorgegangen ist. In Europa und weiten Teilen Asiens dominierte WCDMA (auch bekannt als UMTS). Dann gab es noch TD-SCDMA, eine Zeitmultiplexvariante, die vor allem in China beheimatet war. Jedes hatte seine Eigenheiten, aber allen gemeinsam war eine gewaltige Verbesserung gegenüber ihren Vorgängern.

Die Zahlen erzählen die wahre Geschichte. 3G versprach bis zu 3 Mbit/s. Um das ins rechte Licht zu rücken: Sie könnten eine standardmäßige 3-minütige MP3-Datei in etwa 15 Sekunden herunterladen. Vergleichen Sie das mit 2G, das eine maximale Geschwindigkeit von 144 Kbit/s erreichte. In einem 2G-Netzwerk dauerte derselbe Song etwa acht Minuten. Acht Minuten sind in der menschlichen Aufmerksamkeitsspanne eine Ewigkeit.

Dieser Geschwindigkeitsunterschied veränderte die Art und Weise, wie Menschen ihre Geräte nutzten. Plötzlich war das Telefon nicht mehr nur zum Telefonieren da. Es wurde ein Mini-Laptop. Sie könnten Videokonferenzen abhalten, wenn auch mit dem pixeligen, trägen Charme früherer Videoanrufe. Sie könnten Videos streamen, Faxe versenden und E-Mail-Anhänge synchronisieren, ohne zehn Minuten lang auf ein sich drehendes Rad zu starren. Die Grenze zwischen „Anrufen“ und „Computer“ begann sich aufzulösen.

Es war nicht perfekt. Die Abdeckung war lückenhaft. Die Geschwindigkeiten schwankten stark. Aber es legte den Grundstein für alles, was folgte. Es bewies, dass ein Mobiltelefon ein Breitbandgerät sein könnte. Und sobald diese Tür geöffnet war, gab es kein Zurück mehr.

Wir haben Jahre damit verbracht, diese Infrastruktur zu verfeinern, bevor wir den nächsten Sprung machten. Die Branche drängte weiter und suchte nach mehr Geschwindigkeit, geringerer Latenz und größerer Kapazität. Dieser Antrieb führte direkt zur Entwicklung des nächsten Standards, der das Erlebnis noch einmal neu definieren würde.